Samstag, 12. März 2016

1 week later

Zum Wochenende folgt ein etwas unstrukturierter Blogeintrag. Als bitte nicht über Themensprünge wundern. Nutzt bei Fragen gern die Kommentarfunktion. Ich antworte gerne.

Gedanken sammeln


Vor genau einer Woche stand ich am Start der 50km. Heute entspanne ich auf dem Bett, "blogge" etwas und verdaue mein Frühstück in Vorbereitung auf ein paar Tempoläufe. 1000er stehen heute auf dem Plan. Wie letzte Woche bin ich wieder gut mit Kohlehydraten gefüllt. In der jetzigen Trainingsphase dürfen es natürlich aber auch mehr Ballaststoffe sein. Spinat-Banane-......-.....-Smoothies stehen bei mir derzeit hoch im Kurs. Auf ca. 120 km werde ich in dieser etwas abgespeckten Trainingswoche kommen.

Foodies gehen immer auf Instagram ;-)


Zunächst war natürlich das Feedback überwältigend nach dem 50er. Vielleicht war es die Kombination der spontanen unerwartenen Leistung auf dieser etwas schwerer einzuschätzenden kürzesten Ultralaufdistanz. In einigen Interviews in Laufen.de,  der Sächsischen Zeitung , Laufticker.de oder dem tollen Video von Hauptstadtsport.tv habe ich schon erste Gedanken abgerissen. Mit der Reaktion von Seele und Körper auf den Lauf formieren sie sich nun langsam. Im Social-Media bereich überschlugen sich für meine Verhältnisse die Reaktionen auch. Das motiviert mich als kleinen Narzisten natürlich :-). Also vielen Dank dafür. Ich werde mich mit weiteren spontanen Aktionen bedanken.

Nachwirkungen I


Im Reigen des sportlichen Frühjahrs war der 50er dann doch nur eine Zwischenstation. Ein Motivationsschub mit Ausrufezeichen. Für mich auch ein Wendepunkt. Vom Umgangstraining zu neuen "alten" Intensitäten. Schon am Donnerstag zog es mich auf die Bahn 15*400m unter 70s standen am Ende auf der Uhr. Seither habe ich "endlich" wieder Muskelkater. Der 50er produzierte überraschenderweise keinen. Jedenfalls nicht in den Beinen. Von 3h "optimaler" Armhaltung hatte ich tatsächlich Bizepsmuskelkater. Am Dienstag machten wir für Forschungszwecke einen Herzultraschall. Im Vergleich zum Echo kurz vor dem Lauf war meine Rechtsuerzfunktion tatsächlich noch reduziert. Cardiac Fatigue ist ein Fachbegriff dafür. Ich bin der Meinung, dass aber genau das ein entsprechender Trainingsreiz für das Gesamtsystem ist und meinen Körper für die Saison eher stärkt denn ermüdet.

50er - gefühlter Rennverlauf


Switch back zum Start des 50ers. Die Trinkflaschen stehen auf dem Tisch, vor 10 Minuten habe ich mir noch eine halbe Koffeintablette eingeworfen (das sind ca. 100mg und entspricht einem Kaffee). Dann habe ich doch in der Aufregung tatsächlich meine Mütze in der Tasche vergessen. Kurzer Sprint dahin, Mütze auf, zurück zur Startline, einordnen, fertig. Die letze Minute wird schon runtergezählt. Im friedlichen unaufgeregten Plänterwald bin ich auch selbst entspannt. Ich habe zwar meinen Pulsgurt um, auf die Werte werde ich aber erst später achten. In Respekt vor der Distanz nahm ich mir mein gewohntes Longruntempo von 3:30 min/km vor, zumindest vom Gefühl. Mit Nils Bubel, dem Gewinner der letzen Jahre zogen wir davon. Der erste Kilometer war mit 3:16 min an der Markierung ziemlich schnell. Das GPS zeigte aber nur 0,90 km. Mein Laufgefühl sagte eher 3:32 min. Bei diesen Unstimmigkeiten entschied ich mich beim meinem inneren Ziel zumindest die 3 Stunden zu knacken und auch Deutscher Meister zu werden, mich nur auf die 5 km-Zwischenzeiten zu konzentrieren. Und die kam fast als Punktlandung knapp unter 3:30er Schnitt. Die Beine waren locker, der Magen noch voll von der Vorwettkampfernährung. Ab der zweiten Runde wollte ich aber mit dem Trinken beginnen. Der Motor lief ruhig. Lange Beine, entspannte Atmung, alles easy. Aus meinen Marathonerahrungen traute ich dieser Lockerheit aber nicht. Bei Kilometer 10 bemerkte ich mit dem Abbremsen am Getränkestand erstmal die Geschwindigkeit. Mein Vitargo-Pro-Kick gepimpt mit Rote Beete Saft war ziemlich kühl. Bei Wärme soll es ganz gut sein. Zu den ca. 6°C km Wald spürte es der Magen schon etwas. Diese frühen Getränkeaufnahmen bringen noch nicht die Kicks, wie am Ende, aber sie verzögern ungemein den Mann mit dem Hammer. Auch in unserer internen ASICS Team Memmert "Marathonwettkampftrinkrichtlinie" ziehen wir das so durch.

Vorbereitung ist alles: Vitargo Pro-Kick mit Rote Beete Saft


Die folgenden Splits sind auf dem Blog von Prof. Helmut Winter  super eingebaut, weshalb ich da zum Lesen anregen möchte. 

Von meinem Gefühl bemerkte ich bei Nils, der mit mir die ersten 2 Runden mitschwang,eine etwas unregelmäßigere Atmung und deutete es als Zeichen der Schwäche. Aber auch solche Gedanken sind trügerisch,da bekanntermaßen die Entscheidung  bei einem 50er auch erst auf den letzten beiden Kilometern kommen kann. 2014 in Dresden verlor ich von 40-42 km ca. 15 Minuten!!!. Da ich aber riskiofreudig gepolt bin, zog ich meinen Stiefel durch. Das bedeutete eine leichte Steigerung des Tempos. Nils konnte dem nicht folgen, sodass meine Konzentration auf den Runden einem möglichst effektiven Laufstil auf der Ideallinie mit vielen Waldbodenpassagen zur Schonung der Muskulatur lag. Auf der Zielgeraden überraschten mich die Zeiten schon. Ich hörte etwas von 16.... glaubte es aber nicht und fokussierte mich weiter auf Laufstil und Trinken. Bei Kilometer 20 in 68.... begann ich dann doch zu rechnen, um sofort wieder zu verwerfen.Ich wusste, dass bezüglich der Ermüdung bis Kilometer 30 erstmal "garnichts" passieren darf. Mit 1:25:0.. bei Kilometer 25 wurde mir das Tempo dann doch bewusst. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich brav jeweils Gel oder Flasche am Getränkestand zu greifen bekommen. Vom Gefühl her war es zu wenig Flüssigkeit. Ich schaute bei Kilometer 27 das erste mal auf die Herzfrequenz. Mit ca. 161 war das für meinen Bereich schon ziemlich hoch. Vom Gefühl her lief ich 3:25min /km, von der Herzfrequenz sollten es eher 3:20 bedeuten. Erst im Nachhinein realisierte ich, dass ich tatsächlich eher 3:20 lief. Die kalten Getränke führte auch bei mir zu etwas Aufstoßen. Das konnte ich aber durch den "Kick" der jeweils ca.2 Minuten nach dem Gel oder der Flasche kam, verschmerzen. 

In der Hüfte schon nicht mehr so locker in der 9. Runde


Dieses sagenhaft lockere Laufgefühl hielt jeweils bis ca. Kilometer 3,5 der jeweiligen Runde an. Ich hangelte mich durch die Runden mit vielen kleinen Motivationshilfen. An bestimmten Streckenposten oder nach markanten Kurven sowie an den Kilometerschildern versuchte ich mich an meine gute Laufhaltung zu erinnern und diese auch umzusetzen. Auch der Refrain eines Ohrwurms spulte sich Mantra-artig in meinem Kopf ab.  Bei 35 km in unter 2h sehnte sich mein Körper schon nach dem Kick durch den Zucker. Genauer gesagt, Oligosachharide, mittellange Zuckermoleküle, die optimal durch die Darmschleimhaut resobiert werden können. Ich wuste, nun geht das Rennen erst los. Kopf gegen Physiologie. Vom Gefühl waren die Beine lockerer als bei meinen vorherigen harten Longruns, die ich etwas langsamer bis maximal hier hin durchzog. Die kurze Wettkampfvorbereitung wie auch der Wettkampfeffekt an sich half also schon. Das Gefühl war eher wie beim 2015er Rostock-Marathon. Hier beschleunigte ich bei Kilometer 32 auf ca. 3:15er-Tempo.Das wollte ich heute lieber bleiben lassen. Aber es lief. Mit Kilometer 40 mischte sich fast gleichzeitig Euphorie mit Ermüdung. Ich bemerkte die fehlende Flüssigkeit. Es folgte der Marathonsplit in 2:21.... Ab hier rechnete ich jederzeit mit dem Hammer, der mich persönlich schon oft in ein 4:00er Tempo gefolgt von einem 4:30er umgehauen hat. Doch er ließ auf sich warten. Auch Runden 9 kam unter 17:30 min. Die Beine waren fest und der Kopf schon innerlich taumelig. Im Training wäre hier Schluss gewesen. Es begann also der Wettkampf. Die letzten Kilometer zählte ich dann ähnlich einem Marathon herunter, da mir die Vorstellung von 46, 47, 48 km eher Angst machte. Dass ich den Rekord knacken würde, war mir dann doch bewusst. Mit der Euphorie peilte ich nun statt sub3h, sub 2:55h oder sub2:52h eine 2:4...er Zeit an. Wenn es gut läuft hat man immer gut reden, oder gute Gedanken. Das ist folglich aber auch die Belohnung des harten Trainings. Auch die letzen beiden Kilometer kamen mit nicht im 4er Schnitt.Weite schaukelten sich Euphorie und Ermüdung hoch. Ich taumelte innerlich. In der Pulsauswertung sah ich im Nachhinein eine Herzfrequenz von 173 /min, bei 3:30 min/km die sonst bei einer 152er Frequenz rollen. 2 l Flüssigkeitsdefizit haben eben Folgen. Aber die Betankungstaktik ging noch auf. Bei 15°C wäre dem nicht so gewesen. Glück gehabt. Die Rekordzeit steht erstmal in den Büchern. Bei den aktuellen Dopingskandalen ärgert es mich etwas, dass die geplante Wettkampfkontrolle für den Sieger nicht kam, um auch hier noch ein Zeichen für einen sauberen Sport zu setzten. Die Kontrolleure hätten sich über den roten Urin sicher gefreut :-),Rote Beete sei Dank.

Nachwirkungen II


Im Ziel ist die Erschöpfung eigentlich relativ schnell verflogen. Der Körper kommt ja auch wieder runter auf ca. 1/5 des Energieverbrauches. Auch das Nachtanken fällt leichter. Am Abend brachte ich jedoch immer noch ca. 3kg weniger als vor dem Lauf auf die Waage. Die Gesamtermüdung fiel eigentlich nicht so schlimm wie erwartet aus. Nach den Siegerehrungen radelte ich noch ca. 1km nach Hause in den Prenzlauer Berg. Um das Open Window für Infekte schnell zu schliesen gab es fast schon den obligatorischen Stop bei meinem Saftsponsor Bjuice. Ingwershots for free :-). Und ein kleiner Schnack über den Lauf. Der Socializingeffekt bei meinen Sponsoren ist mir relativ wichtig. Als Athlet tut es ungemein gut, etwas "bepuschelt",also gewürdigt zu werden. So freudig war auch die Nachricht von Garmin dieser Woche, als Dankeschön für den Rekord, das neue Topmodel Fenix 3 HR ab April um das Handgelenk tragen zu dürfen (Ja, Werbung ist wichtig, denn auch die Unterstützung durch Sponsoren ist an harten Tagen eine weitere Motivation "professionell" zu arbeiten, als Job zu sehen. Keine unangenehme Verpflichtung sondern eher eine proklamierte Selbstverwirklichung. Auch von meinen anderen Sponsoren gab es Glückwünsche ! Weitere Motivation eben. Zwischen dem Blogschreiben war ich übrigens an diesem kalten Samstag mal draußen auf der Bahn. 8*1000m sind es geworden. Wahrscheinlich auch ein Ergebnis des eben geschriebenen. Dass es nach dem 5. Lauf auf einmal lief, zeigt mir auch eine gewisse Erholung an. :-) 

Running und Social Media


Ein letzter Snapback zum 50er:

Zu den leistungsphysiologischen Daten vom 50er habe ich für die Gadgetinteressierten mal die Daten meiner Garmin Forerunner 630 zusammengetragen: 



Ein paar Garmin HRM-Daten: Vergleichend ähnliche Laufökonomie, wie bei meinen langen Läufen

Folgen kann man mir unter meinem Garmin-Profil

Durch etwas abgeänderte GPS-Daten wird diese wohl eher 1,78 m betragen


Beim Ultralaufen kommt man durch das Flüssigkeitsdefizit teilweise Bereiche des Maximalpulses
Die Uhr lädt meine Trainings jeweils auch automatisch auf Strava hoch. Auch dort motivieren mich insgeheim die vielen Kudos manche Einheiten durchzuziehen, weil sie ja automatisch auf meinem Profil einzusehen sind. Diese fast The Circle ähnliche Transparenz habe ich eben dazu eingestellt und sehe sie als positive Motivation. Wenn ich mal wieder ein Geheimnis aus meinem Training machen möchte, steht mir dazu ja jede Einstellung frei ;-). Ansonsten sind natürlich Kommentare zum Training immer Willkommen. Auch eben kam beim Training die Hypothese des neuen Laufbooms eben durch die neuen "Spielereien" auf. Als Befürworter von Rhythmen im Leben spricht ja mittelfristig auch nichts gegen phasenweise komplett "unaufgezeichnetes" Training. Ich selbst bin ziemlich gespannt, wohin sich der Laufsport im Social-Media Bereich hinbewegen wird. Letztendlich sollen aber die Aktiven als Gewinner dastehen....In dem Sinne: Be motivated, stay active.

Beste Grüße

Paul

P.S. Seit letzten Donnerstag bin ich Trainer beim Runners Point Run Club Berlin und betreue jeden Donnerstag 18:30 Uhr vom Store am Kudamm 237 aus den "Fast Run" mit von mir erstellten Intervalltraining. Auch im Social Running werde ich dabei neue Erfahrungen sammeln :-).


Montag, 7. März 2016

Einer 50er am Wochenende- in die Arbeitswoche integriert

Ich fand es sehr angenehm auf leichtathletik.de als Läufer aus Leidenschaft beschrieben zu werden. Um mich in Berlin fortzubewegen und auch meine angestrebten Wochenkilometer zu schaffen nutze ich meine Arbeitswege oft für das erste Läufchen am Tag. Auch em heutigen Montag ging es 6 km vom Prenzlauer Berg nach Hohenschönhausen an den Olympiastüzupunkt, um junge Sporttalente auf ihre Tauglichkeit zu untersuchen.

Am letzten Montag lief es genauso ab. Nur war ich am 29. Februar mehr ermüdet als heute. Da steckte mir ein 35km-Longrun in 3:30min/km vom  Sonntag mit anschließenden 20 min Ergometer als "Stpffwechseltraining" in den Knochen. Ein Läufchen in der Mittagspause wurde zum 3km-Jog zum Supermarkt und zurück. Am Nachmittag verabredete ich mich zufällig mit unserem 1500m Europacupsieger Timo Benitz zu einem 15km-Läufchen. Die Deutschen Hallenmeisterschaften wurden ausgewertet und die spannenden Themen konnten meine Ermüdung etwas kaschieren. Aber Timo bemerkte schon, dass mir selbst 3:50min/km schwer fiel. Am Ende zwang mich aber der #runcommute noch 6km dranzuhängen und mit Laufrucksack das Tempo durch das dunkle Berlin bis zum heimischen Supermarkt zu halten. Dort stand ich irgendwie lethargisch aber glücklich nach 21km in 1:21h vorm Obstregal. Machen solche Tage einem zum Ultraläufer? Kummulativ mit der Routine vielleicht schon! Denn wie am Montag fühlte ich mich bei den 50 km ungefähr auf der 9. Runde. Am Dienstagmorgen war ich schon wieder etwas regeneriert. Am Morgen 3,5km zur Arbeit gelaufen. Nach Feierabend ging es schon locker zum Fitnessstudio am Gendarmenmarkt. Maximalkraft für die Hüftabduktoren, etwas Schwimmen und ein Saunagang sorgten für Wellness. 19:45 Uhr nach einem weiteren 2km Jog durch Berlin Mitte stand ich im Keller eines Hostels der Oranienburger Strasse und begrüßte die Mitglieder der lokalen "Runningcrew" Runpack Berlin zum alldienstäglichen 11km-Lauf durch Mitte im 4:20er Tempo. In den letzten Wochen war das aufgrund von Ermüdung und leeren Glykogenspeicher teilweise richtig hart. An diesem Dienstag ging es aber locker .... sodass es danach gleich noch einen 7km #runcommute gab.

Mittwochmittag fühlte ich mich nach insgesamt 70km in der Woche schon wieder ziemlich low. Carboloading war angesagt. Zum Glück kann ich mir in der Mensa der Humboldt-Universität meinen Teller aufladen, wie ich mag. Dieser Tage schob ich die Kelle immer sehr tief beim Reis und den Kartoffen in den Kübel. Außedem gab es jeweils eine Extraportion Milchreis. Mit einem lockeren Mittwoch waren meine Beine Donnerstag ziemlich frisch. Ich entschied mich für Tempoläufe in der Mittagspause. Mit dem Wissen der Strecknverlegung der Berlin50k im Hinterkopf ging ich in meinen ersten 2000er. Gutes Laufgefühl, gewohnt hart, aber 6:00 min zeigte die Uhr. In den letzten Wochen lief das nicht so rund. Da war es aber oft sehr kalt oder ich am Nachmittag sehr müde. Die Entscheidung war gefallen. Aus den Tempoläufen wird ein Tapertraining. Noch einen 1000er in 3:00min hinterher und direkt in die Mensa zum Carboloaden gerannt, diesmal aber schon in Hinblick auf einen etwas längeren Longrun. Es gingen mir genügend Gedanken durch den Kopf, ob ich den 35er vom Sonntag schon gut verarbeitet habe. Freitagmorgen fühlte ich mich aber so locker, dass mir 12km im 3:37er Schnitt herausrutschten. Nach Feierabend druclte ich das Anmeldeformular aus und brachte die gesammelten Werke zur Ultraabendveranstaltung in die Invalidenstrasse. Mit der Starnummer und Eindrücken von ein paar erstaunten Gesichtern im Gepäck lief ich Richtung Wohnung. Wie oft gab es einen kleinen Schwenker ind en Kollwitzkietz. Bei meinen lokalen Saftsponsor Saftsponsor Bjuice holte ich mir frisch und kaltgepressten Rote-Beete-Saft ab. Das soll Muskel- und Magendurchblutung während Ultralaufbelastungen verbesseren und half mir schon bei diversen Läufen. Um 18 Uhr zu Hause gab es einen kurzen Nap, bevor es um 8 nochmal zum Yoga ging. 70 Minuten tiefe Atmung und hüftöffnende Dehung taten mit meinem fats schon traditionsreichem Saunagang am Abend vor einem härteren Lauf sehr gut. Nach 110km in 5 Tagen ist die Wirkung nochmal besonders zu spüren. Ich schlief wie ein Baby :-).

Samstagmorgen gabe es das tolle Frühstück aus Rote-Beete-Saft in Grüntee,  Milchbrötchen und Joghurt-Fruchtgummis. Auch diese für mich magenschonenden Kombination hat sich bewährt. Alles gepackt für den Lauf (inkl. befüllten Trinkflaschen) ging es als Erwärmung für den Lauf mit dem Rad zum Plänterwald. 25 Minuten vor Start war ich vor Ort. Ab in die Wettkampfschuhe, kurze Dehnung, Dixiklo und schon stand ich an der Startlinie. Die Beine waren locker. Und ich im Kopf auch.

Meine Gedanken beim Lauf schreibe ich die nächsten Tage auf.

Bis dahin...Sport frei :-)

Sonntag, 6. März 2016

Deutscher Rekord 50km - eine unterbewusst gereifte Entscheidung

Wie das Rennen am gestrigen Samstag von den reinen Zeiten verlief ist wieder toll auf dem topaktuellen Blog  von Prof. Helmut Winter beschrieben. Wie es dazu kam, was irgendwie in mir selbst ablief, wie ich das "verarbeite" und einordne möchte ich in den kommen Tagen in ejn paar Artikeln beschreiben:

Beyond Marathon

Was kommt nach Kilometer 42? Die Antwort auf diese Frage ist ein Ansporn vieler Ultraläufer. Im Rahmen eines Ernährungsvortrages für die Ultralauf-Nationalmannschaft im November letzten Jahres beschäftigte ich mich im Zuge meiner wissenschaftlichen Recherchen intensiver mit dem Thema. Weniger Laktatwerte spielen dann eine Rolle, als wie schon im Marathon ab Kilometer 30 eher die Wasser- und Energieversorgung. Darauf sollte gestern die Konzentration liegen. 

Wieder mal aus dem Training heraus

Die letztendliche Entscheidung für die Berlin50k fiel eigentlich erst am Mittwoch. Durch kleine Wehwechen geplagt, stellte die ursprüngliche Strecke im Olympiapark mit vielen Kurven und komplett auf Asphalt ein ziemliches Risiko dar. In Hinblick auf das Frühjahr sollte mich mein "Longrun" am Wochenende auch nicht komplett zerstören. Wer mich kennt, weiß, dass ich diese schon sehr hart gestalte. Der Wechsel in den Plänterwald stellte mit dem bekannten Geläuf auf federnden Waldwegen und sonst glattem Asphalt eine entscheidungsbringende Änderung dar. Zumal war das Wochenende eigentlich von der Arbeit her verplant und dann doch frei. Es kamen also ein paar glückliche Umstände mit meiner zeitweisen Risikobereitschaft zusammen. Freitagnachmittag hatte ich dann meine Startnummer in der Hand. Mit 110 Wochenkilometer sollte der Samstag den Abschluss einer guten Belastungswoche darstellen. Mein Carboloading verschaffte mir ziemlich lockere Beine. So kannte ich es von den vergangenen Longruns der letzten Wochen. Die waren vom Tempo mit 3:30 bzw. 3:23 min/km jeweils schon flott. Mit 35 und 30 km aber jeweils noch nicht im neuen Bereich. Zumindest für die ersten 6 Runden sollte ich mich also locker fühlen. Im Gegenzug zu meinen Longruns konnte ich zur Meisterschaft aber auf Kalorien und Flüssigkeit während des Laufes setzen. Die Details dieser Ernährung werde ich im nächsten Artikel beschreiben. 


Nochmal zurück zur Idee. Eigentlich entstand sie schon letzten Herbst beim Frankfurt-Marathon, als wir während der 2016er Planungen für das ASICS Team Memmert mit einem Überdistanzlongrun bei dieser DM scherzten. Dafür muss man aber trotzdem "voll im Saft" stehen, damit man eine solche Belastung ohne Blessuren durchhält. Ob ich das stehe, werde ich die nächsten Tage bemerken. Mit Ergometerfahren und Sauna werde ich die Beine lockern. 

Neben meiner Wettkampfernährung werde ich auch noch vom emotionalen Wettkampfverlauf berichten. Aber dazu mehr in den nächsten Tagen. 

Einen schönen Wochenabschluss und Motivation für die neue Woche wünsche ich euch!

Paul

 

Montag, 14. Dezember 2015

Magen-Darm Beschwerden im Ultralaufbereich - Please no fiber! Maybe juice?



Im Rahmen des Herbstrainingslagers der Ultralauf-Nationalmannschaft durfte ich über Ernährung im Ultralaufbereich referieren. Da ich selbst bisher nicht weiter als 45 Kilometer am Stück gelaufen bin, bedeutete  meine Vorbereitung eine intensive Recherche der wissenschaftlichen Datenbanken aber auch von Blogs und Webseiten der Ultralaufszene. Die Ergebnisse daraus setzte ich in Verbindung mit meinen eigenen, teilweise auch sehr negativen Erfahrungen mit Magen-Darm Beschwerden.

Ich habe in diversen Blogs gute Zusammenfassungen der allgemeinen Ernährungsempfehlungen der verschiedenen großen Gesellschaften für Ernährungs- oder Sportwissenschaft gefunden. Die Umsetzung dieser funktioniert bei den Athleten relativ gut. Trotzdem sind Magen-Darm-Beschwerden ein grundlegendes Problem, vor allem im Langstreckenlauf.

Gewinnt der Athlet/ die Athletin mit der besten Magen-Darm-Schleimhaut das Rennen? In manchen Fällen lautet die Antwort: Ja!

Häufig wird der Kardinalfehler bereits bei der Vor-Wettkampfernährung begangen, auf die zu wenig hingewiesen wird! Kommen dann psychische Faktoren hinzu kann das insbesondere beim Wettkampfhöhepunkt zum DNF führen:

Zu viele Ballaststoffe werden in den letzten 48h vor dem Wettkampf aufgenommen! Was in der Basisernährung als gesund gilt, wird uns beim Wettkampf zum Verhängnis. Schon der Name BALLASTstoffe sollte für den Wettkampf ein Wink mit dem Zaunspfahl sein. Ballaststoffe dienen nicht der Energieversorgung und verbleiben bis zu ihrem Wiederaustritt als Stuhl im Darm. Sie werden, wenn überhaupt,durch die  Bakterien unserer Darmflora verstoffwechselt. Dabei spielt das mitzuschleppende Mehrgewicht eher eine untergeordnete Rolle. Es ist problematisch, DASS sich die Ballaststoffe beim Wettkampf in der Nähe des Enddarms befinden.

Glücklicherweise ist die Magen-Darm-Passage beim bei trainierten Personen deutlich verkürzt, sodass auch nach 12-16 Stunden das Gegessene entweder verstoffwechselt wurde oder sich physikalisch nicht mehr im Körper befindet.

Als pathophysiologische Hauptursache (Krankheitsentstehung) der Magen-Darm-Beschwerden wird eine Minderdurchblutung dieses Gebietes während körperlicher Belastung vermutet. Diese Minderdurchblutung folgen die entsprechenden Reaktionen. Bei weniger Durchblutung ist die ganze Bandbreite der Funktionen eingeschränkt: Der wichtigste Aspekt ist die Aufnahme von Wasser und der energiereichen Stoffe: Kohlehydrate und Fette. Durch die Abnahme dieser Zufuhr wird der Körper weiter geschwächt, die Belastung nimmt durch den Energie- und Flüssigkeitsmangel zu, die Durchblutung des Magen-Darm-Traktes weiter ab. Als Reaktion arbeitet auch die glatte Muskulatur des Darms nicht mehr richtig. Sie krampft. Wird nun von oben gegen den inneren Widerstand Nahrungund Flüssigkeit zugeführt oder ist die Funktionseinschränkung zu stark, reagiert der Körper mit einem aufwändigen Schutzreflex: Erbrechen. Dieses wird bei Ultralaufteilnahmen sehr häufig berichtet. Die Hauptaufgabe des Dickdarmes, der Flüssigkeitsentzug des Stuhls funktioniert ebenfalls nicht mehr. Kombiniert mit einer guten Portion an Ballaststoffen ergibt das ein Pulverfass. 

Der Grundansatz der akuten Durchblutungswiederherstellung ist die Belastungsreduktion. Häufig bedeutet das Rennabbruch. Der langfristige Ansatz heißt Magen-Darm-Training. Zwar funktioniert die Magen-Darm-Durchblutung relativ unbewusst, an Emotionsreaktionen erkennt man doch die Regluationsmöglichkeiten: Angst und Panik lassen uns den Magen "umdrehen". Nach unten hin kennt man den "Angstschiss" 

Wer häufiger während intensiver Belastung Flüssigkeit und Nahrung aufnimmt, kann seine Durchblutung optimieren. Ein weiterer Ansatz ist die chemische Durchblutungsregulation. Über das NO-System kann sie für den Magen-Darm-Bereich verbessert werden. Was beim Herzpatienten mit Sublingualspray den Blutdruck senkt und die Herzdurchblutung verbessert, kann mit nitrat- und nitrithaltigen Stoffen direkt oder mit dieses System aktivierenden Aminosäuren versucht werden. Einzelne Studien an Tieren aber auch schon an Athleten sind vielversprechend. Als gute NO-Aktivierer haben sich grüne Gemüse und Rote Beete herausgestellt. Als Aminosäure das Arginin. Beide Seiten wirken durch ihren wasserziehenden Effekt jedoch wieder negativ. Als Lösung zum Ballasstoffentzug eignet sich das Entsaften. Beim Arginin hat man mit der Vorläuferaminosäure Citrullin einen weniger wasserziehenden Effekt gefunden. Citrullin ist reich in Melonen zu finden. 
Faserarme Gemüse- oder Melonensäfte wären somit ein Ansatz.Vitamin C soll den Effekt verstärken. Die Quintessenz für die Nationalmannschaft liegt natürlich im Probieren und Mixen eines individuell optimalen Getränkes. Wenn eine "Sportnahrung" nicht schmeckt, schlägt der psychologische Abwehrreflex vielleicht den positiven chemischen Effekt. 

Die Geschmacksabwehr lässt sich durch positive Konditionierung jedoch umkehren. "Bittere Tropfen helfen gut" ist eine häufige Annahme. Diesen Placeboeffekt sollte man ausnutzen. Meine von mir persönlich als beste Wettkampfleistung eingeschätzer Lauf war der Hamburg-Halbmarathon in 65:08 min. Vor diesem habe ich, eigentlich zur Verbesserungen der Muskeldurchblutung, reichlich Rote-Beete-Saft getrunken. Ohne Magenprobleme bin ich eine neue 10 km-Bestzeit mit 30:17 min durchgegangen. 

Hier denke und fühle ich als subjektiver Athlet. Wissenschaftlich betrachtet bedeutet meine Erzählung N=1. Für mich werde ich das Konzept vom beetrootjuice weiter verfolgen. Den statistisch signifikanten Effekt aus den Umgebungs- und Vorbedingungen eines Wettkampfes für mich herauszufiltern, maße ich mir nicht an und teste eben an mir selbst das individuelle Ernährungskonzept.  Somit ist es Vorschlag denn als These zu verstehen.


Es selbst zu probieren, bleibt jedem selbst überlassen.

Wohl bekommt's! :-)










Literatur:

Getzin, Andrew R., Cindy Milner, and Karen M. LaFace. "Nutrition update for the ultraendurance athlete." Current sports medicine reports 10.6 (2011): 330-339.

van Wijck, Kim, et al. "Physiology and pathophysiology of splanchnic hypoperfusion and intestinal injury during exercise: strategies for evaluation and prevention." American Journal of Physiology-Gastrointestinal and Liver Physiology 303.2 (2012): G155-G168.

de Oliveira, Erick Prado, Roberto Carlos Burini, and Asker Jeukendrup. "Gastrointestinal complaints during exercise: prevalence, etiology, and nutritional recommendations." Sports Medicine 44.1 (2014): 79-85.

Stuempfle, Kristin Jean, and Martin Dean Hoffman. "Gastrointestinal distress is common during a 161-km ultramarathon." Journal of sports sciences ahead-of-print (2015): 1-8.

Mann, Nirmal S., and Sital Singh. "Runners' Diarrhea: Systematic Evaluation of 1184 Cases with Meta-Analysis." International Medical Journal 22.1 (2015).




Freitag, 27. November 2015

Work at your base - Ein subjektiver Einblick in mein aktuelles Training


- News -

v.l.n.r. Sebastian Reinwand, Julian Flügel, Simon Stützel, Paul Schmidt
Bevor ich zu meinem Blogtext komme, möchte ich auch hier von der Entwicklung der letzten Wochen berichten:

Seit dem 1.11. 2015 gehöre ich dem AsicsTeamMemmert an und starte  auch vom Startpass des DLV dafür. Ziel unseres Teams ist es, unseren Laufsport auf sportlichen hohem Niveau, aber auch sozial vereinbar, zu leben. Wir wollen als leistungsfähigstes (Berufstätigen-) Laufteam Deutschlands gelten und mit unserer Art zu leben eine Vorbildfunktion erfüllen. Wir sind natürlich keine Vorbilder zum reinen Nachmachen.

Es sind die kleinen Dinge und Interaktionen, die "Lifehacks", die immer wieder zum Vorschein kommen und verbunden mit sportlichen Erfolg, ihre Wirkung zeigen sollen.

Als Individualsportler mit unterschiedlichen Wohnorten trafen sich unsere Wege in den letzten Jahren immer wieder. Über das Laufen tauscht man sich aus und verbringt Zeit miteinander. Dabei zeigte sich die gemeinsame Wellenlänge auch von den sozialen Gesichtspunkten. Der #runnerslifestyle zeichnet sich im optimalen Falle durch eine harmonische symbiotische Interaktion aus Sozialleben, Berufsleben und dem reinen Sport aus. Das streben wir an und schöpfen unsere Expertise neben dem Sport aus vielen anderen Lebensbereichen wie Management, Medizin, Sportwissenschaft, Finanzwirtschaft, Marketing und Medienwelt. Auf die einzelnen Hintergründe möchte ich die nächsten Wochen eingehen. Und ich freue mich, wenn weiterhin viele Leser diesen Weg verfolgen und sich positive und motivierende oder einfach nur unterhaltsame Erkenntnisse dabei herausziehen. Die Sportartikelfirma Asics hat diese Vorbildwirkung erkannt und uns in ihr Asics Fronntrunner-Programm aufgenommen, worin wir uns genau damit einbringen möchten. In diesem Sinne schließe ich mit dem ausgesprochenem Akronym nun auch meiner neuen Ausrüstermarke: Anima sana in copore sano! (lat. ein gesunder Geist in einem gesunden Körper)!

Und nun folgt ein weiterer Blogtext. Viel Spaß beim Lesen :-)



Train your base



The loneliness of the long distance runner


Im Winter wird der Athlet gemacht. Das gilt auch im Laufbereich. Die Herbstsaison der Straßenläufe ist abgehakt. Für viele folgt danach eine Saisonpause. Es gilt Körper, Geist und Seele zu erholen. Dabei bedeutet Erholung nicht Inaktivität. Es gilt Liegengebliebenes aufzuarbeiten und in eine innere Klausur zu gehen, um Neues zu planen. Mit den guten Vorsätzen sollte man natürlich nicht bis Silvester warten. sondern sie in kleinen Schritten sofort umsetzen:Es nennt sich ganz langweilig Aufbautraining. Was es aber keineswegs ist! In kleinen Schritten eine Regelmäßigkeit aufzubauen und die Entwicklung von Psyche und Physis an sich selbst zu beobachten ist höchst spannend.

Runcommute


Als Elitestraßenläufer mit Vollzeitjob als Sportarzt und Wissenschaftler im Zentrum von Berlin ist das Laufen zunächst Grundlage um körperlich aktiv zur Arbeit zu kommen. Im Englischen heißt das "runcommute". 2 x 4 km tgl. mit Laufrucksack sind die organisatorische Basis meines Trainings. Im Sommer wurden morgendlich daraus manchmal 30 km-Läufe. Mit dem runcommute fühle ich mich aktiver, flexibler und aufmerksamer und fast auch schneller als mit jedem anderen Verkehrsmittel. Businesskleidung oder kleine Einkäufe stellen keine Herausforderung mehr dar, wenn man weiß, wo die nächste Dusche ist ;-). Laufend gibt es bei entsprechender Kleidung auch im Winter kein schlechtes, sondern nur "Crosswetter" (aus d. Engl. cross-country running).  

Morning routine


this building at a foggy morning is a symbol of a good base for me


Um das wieder zu schaffen sollte der Körper gepflegt werden. Auch an den ersten kalten Herbstmorgen werde ich nach den 4 Basiskilometern mit Stirnlampe kurz vor 7 warm im Fitnessstudio empfangen, um Aufbauarbeit zu leisten: Anhand der in meiner aktuellen Laufstilanalyse aufgedeckten Optimierungsmöglichkeiten wird im Krafttrainingsbereich fleißig Muskelaufbau und -dehnung betrieben. Im Fitness First Platinum Club Berlin Gendarmenmarkt habe ich zudem die Möglichkeit, Wassertraining durchzuführen. Nach einem  aktivierenden Saunagang inklusive Selbstmassage und abschließenden Wechselgüssen ist mein Körper bereit für einen intensiven Arbeitstag, nach 2 km Auslaufen zum Sportinstitut der Humboldt-Universität.

Yoga for runners


1-2 mal wöchentlich und insbesondere Freitags schule ich meinen krummen Körper in Yoga, was mich nicht nur innerlich aufrichtet. Nach 1 Jahr Yogapraxis sehe ich dieses sogar als Hauptgrund meiner geringeren Verletzungsanfälligkeit und nachfolgend Explosion meiner Bestzeiten. Die mentale Erholung nach der Arbeitswoche spielt dabei eine essentielle Rolle. Innerlich gemittelt bewirkt für mich dann selbst oder gerade härtestes Lauftraining einen Ausgleich zum Beruf. 


Training diversity


routine in diversity !:-)


Zu dieser Basis baue ich mein Training je nach den zeitlichen Möglichkeiten aus, probiere neue Kurse und Alternativtrainingsmöglichkeiten um mich weiter auf das spezifische Lauftraining vorzubereiten. Beispielsweise ist das Ruderergometer eines meiner liebsten Spielzeuge geworden. Was mir gefällt und für ein gutes Körpergefühl sorgt behalte ich bei. Insbesondere für unerfahrene Sportler empfehle ich dafür die Beratung und Betreuung durch die Club-eigenen Fitnesstrainer. Beim ersten Verdacht auf Langeweile sind die Möglichkeiten im Studio fast unbegrenzt. Im Falle einer Verletzung weiß ich dann sofort, was ich alternativ trainieren kann. 


New motivation


Mit dem Grundaufbau von Haltung und Kraft in meiner Lauftechnik im Studio platzen manchmal schon die ersten intensiven Läufe bei guter Musik im Ohr aus mir heraus, sodass auf einmal abends 5-runcommute-Kilometer in unter 17 min auf dem Tacho stehen. Mit weiterer Basisarbeit werden solche Trainingsreize dann verarbeitet und es kommen mit dieser neuen Stärke automatisch wieder die Ideen geplant spezifisch hart oder lang zu laufen.


Aktualisierung: heute wollte ich mal wieder einen longrun machen....die erste spezifische Einheit seit dem Berlin-Marathon :-)

effect of basic training :-) a +100mileweek and a nice longrun :-)

Samstag, 3. Oktober 2015

Find your intensity and your rhythm

Wir kennen uns mittlerweile ganz gut. Tino Meyer von der Sächsischen Zeitung ist selbst Läufer und das Herzblut merkt man ihm an. Seine Art zu schreiben gefällt mir sehr und auch aus rein narzisstischen Gesichtspunkten bin ich auch immer wieder auf seine Artikel, insbesondere über mich ;-) gespannt. Diese sind gut recherchiert und ein Mix aus Social-Media-Recherche, Interview und Szenekenntnis. Seit einem Jahr hat er auch ein Buch über das Laufen in Dresden mit vielen genau solchen Geschichten auf dem Markt, verbunden mit den Dresdner Laufstrecken. Eine absolute (Geschenk-)-Empfehlung! Nach dem Berlin-Marathon haben wir wieder telefoniert und ich war wieder gespannt. Für meine Blogleser darf ich hier den Text folgend sogar veröffentlichen! :-). Was meint ihr dazu? Weiter unten gibt es dann noch ein paar Zeilen von mir.....als News sozusagen

http://www.editionsz.de/dresden-laeuft.html

Große Gefühle, steinharte Muskeln

Paul Schmidt ist eigentlich Arzt. Marathon läuft er sozusagen nebenbei – und trotzdem fast bis zu Olympia nach Rio.

Von Tino Meyer

Ob das Ziel machbar gewesen ist oder doch ein Hirngespinst? Die Frage stellt sich nicht mehr für Paul Schmidt. Olympische Spiele wird der 30-Jährige ganz sicher mal erleben, wenn er beruflich so weitermacht. Als Läufer aber schafft er es nicht, das ist spätestens seit Sonntag amtlich. Geahnt hat er das natürlich schon vorher, zu realistisch rennt er durchs Leben. Dennoch ist der Berlin-Marathon für ihn, den Sportarzt und besten Läufer Dresdens, ein außergewöhnliches Erlebnis gewesen – auch wenn er beim Klassiker in seiner Wahlheimat eigentlich acht Minuten schneller sein wollte, mindestens.
Wahnsinnig flotte 2:16 Stunden hatte Schmidt angepeilt, „vielleicht sogar noch schneller“, wie er sagt. Und das kann man einem wie ihm, der neben der Arbeit und inmitten einer Trainingsbelastung von 200 Wochenkilometern mal eben einen Marathon unter 2:20 Stunden läuft, guten Gewissens abnehmen. Noch dazu hat er die seltene Fähigkeit, sich weit über die Leistungsgrenze hinaus quälen zu können.
Der Körper aber, das weiß der Sportmediziner der Charité, lässt sich nicht austricksen. „Deshalb mag ich Laufen so. Das ist ein ehrlicher Sport“, meint Schmidt, der in der heißen Phase der Vorbereitung wegen einer, wie er medizinisch korrekt sagt, Sehnenscheidenentzündung des vorderen Schienbeinmuskels dreieinhalb Wochen nicht laufen konnte. Und deshalb ist in Berlin nach 30 Kilometern Schluss mit lustig.
Bis dahin hat ihn der Marathon nicht ansatzweise angestrengt, obwohl Schmidt in der Gruppe der weltbesten Frauen mit Kilometerzeiten von durchschnittlich 3:19 Minuten unterwegs gewesen ist.

Live in der ARD bis Kilometer 30

Was zwei Vorteile bot: nützlicher Windschatten und unverhoffte Fernsehpräsenz bei der Liveübertragung der ARD. „Ich habe danach sehr positive Rückmeldungen erhalten. Viele Leute haben sich gefreut, mich zu sehen“, erzählt er.
Dass sie ihn in der Schlussphase nicht mehr sehen konnten, hat mit der Verletzungspause zu tun und den fehlenden langen Trainingsläufen von 30 Kilometern und mehr, im Fachjargon long jogs genannt. „Herz, Lunge und Magen-Darm-Trakt waren nicht ausgereizt, doch meine Beine ab Kilometer 32 steinhart. Die Muskulatur hat zugemacht“, erklärt Schmidt, dem es dann nicht anders ergeht als den meisten Normalläufern. Es ist der Moment, wenn der Mann mit dem Hammer kommt.
Schmidt hat ihn erwartet – genauso wie die orthopädischen Folgen angesichts seines immensen Trainingsumfangs. „Ich will Grenzen ausloten. In der Vorbereitung auf Berlin habe ich sie wieder erreicht“, meint er. Er kennt seinen verletzungsanfälligen Körper. Der Leistungssport, wie er ihn momentan betreibt, ist daher lediglich noch Ausgleich zum Berufsleben. „Wenn’s läuft, macht das Mega-Spaß. Andererseits lebt man in einer Parallelgesellschaft, fast antizyklisch“, hat er festgestellt und schlussfolgert philosophisch wertvoll: „Man könnte so viele Leben gleichzeitig führen ...“
Schmidt hat das Ziel nach 2:23:55 Stunden erreicht – auf Platz 64 und als drittschnellster Deutscher. Nur Philipp Pflieger (2:12:50) und Julian Flügel (2:13:57) waren besser. Die beiden aber sind Profis und wollen die Olympia-Norm für Rio tatsächlich knacken. Bei 2:12:15 Stunden liegt die Vorgabe des deutschen Verbandes, die B-Norm bei 2:14 Stunden.

Geheime Einblicke in die Szene

Schmidt ist auch ohne Olympia mit sich im Reinen. „Berlin war das Beste, was ich bisher gemacht habe. Durchs Brandenburger Tor zu laufen, sorgt für Glückshormone ohne Ende. Das kann ich jedem nur empfehlen“, erzählt er. Seine Einblicke in die Szene bleiben indes geheim. „Die Erlebnisse unter den Elite-Athleten im Hotel sowie den speziellen Bereichen an Start und Ziel gehören auch eher, sagen wir mal, zur ärztlichen Schweigepflicht“, meint der gebürtige Dresdner und grinst.
Er hat das beste Laufjahr seines Lebens hinter sich, und das nebenbei. Zehn Kilometer unter einer halben Stunde, der Halbmarathon in weniger als 65 Minuten und jene 2:19:33 Stunden bei einem Marathon, der als Trainingslauf angesetzt war. „Ich habe dieses Jahr wirklich alles erreicht und mehr geschafft, als ich geplant hatte“, sagt Schmidt, der seine Gedanken neuerdings auch in einem Blog verarbeitet.
Was er schreibt, lässt teilweise tief blicken. Und wer ihm begegnet, trifft auf einen entspannten, selbstbewussten, fokussierten jungen Menschen. Schmidt scheint bereit zu sein für die nächsten Ziele. „Ich habe ein bisschen Talent, aber nicht, um Medaillen zu holen. Das habe ich im letzten halben Jahr gemerkt“, sagt er. Seine Zukunft sieht der ambitionierte Hobbyläufer trotzdem im Hochleistungssport – als Betreuer von Athleten, gern auch bei Olympia. Marathon läuft er weiter. Die Frage ist jetzt nur, wie viele und wie schnell.

Find your intensity and your rhythm


Ihr habt es bis hier mit dem Lesen geschafft. Und wie sonst für die treuen Instagram-User gibt es noch meine aktuellsten Gedanken und Planungen: 

Ich bin #offseason gegangen. Das heißt,ich mache Saisonpause. Kein Alternativtraining, kein Traningsfocus. Sport erstmal komplett nur zum Ausgleich. Mein Job, der mir sehr viel Freude bereitet, wird mich die nächsten Monate sehr fordern. Deshalb benötigt er zunächst auch meine vollständige Aufmerksamkeit. Ich werde meine Expertise in der Sprechstunde, in den Lehrveransstaltungen der Humboldt-Universität und der Charité sowie in diversen Vorträgen weitergeben. (Aber auch mal im Blog ;-))  Außerdem will und muss ich meine (sport-) medizinischen Kenntnisse und Fertigkeiten im Rahmen meiner Facharztausbildung weiter ausbauen. Was im Rahmen der Marathonvorbereitung liegen geblieben ist, muss aufgearbeitet werden. Im Oktober werden also die Grundlagen für den Winter gelegt, den ich dann auch mit regelmäßigem Training bestreiten werde.

Für den Dresden Marathon heißt das mal wieder der Mini-Marathon. Denn dabei möchte ich schon sein :-).

What is your personal Triathlon?


Mein persönlicher Triathlon, bestehend aus Sozialleben, Beruf und Sport benötigt, wie auch im echten Triathlonsport ein Blocktraining.....und nun folgt der Block Beruf. Damit kann ich hoffentlich diesen Triathlonsport noch lange Leben. Und es wird sich zeigen, wie ausgeglichen man sich in den Disziplinen entwickelt. Ich geben mein Bestes, denn es geht ja auch um mich. Das würde ich auch mal so als allgemeine Prämisse herausgeben. Das Beste definiert dabei da beste für einen selbst. Damit komme ich zurück zu einem früheren Artikel: "Find your intensity" und ergänze zu "Find your intensity and your rhythm! "



I got work to do! :-) 

Montag, 28. September 2015

Berlin Marathon und Sport Nutrition Conference

Hier könnt ihr einen kleinen Einblick in meine Gedanken nach dem Berlin Marathon bekommen. Es besteht wie immer kein Anspruch auf Vollständigkeit und ist zu 100% subjektiv geschrieben ;-). Bei der Frauenspitze den Trubel komplett mitzuerleben, während man die ersten 25 Kilometer "locker" mitläuft war selbstredend ein sehr positives Erlebnis, was kaum Kommentar bedarf.  Interessanter wird das Leiden ab Kilometer 30, was ich nachfolgend etwas analysieren möchte.

Die Erlebnisse unter den Eliteathleten im Hotel, der Afterraceparty sowie den verschiedenen speziellen Bereichen an Start und Ziel gehören auch eher, sagen wir mal, zur "ärztlichen Schweigepflicht" ;-).

Aber kommen wir zum eher trainingswissenschaftlichen Teil: 

Ich habe mich gefühlt, wie bei meinem ersten Marathon.


2009 in Dresden lief ich ca. 70km pro Woche mit vielen Radkilometern zum Krankenhauspraktikum im 20km entfernten Pirna. Die Wichtigkeit von Longruns war mir damals noch nicht so bewusst. 2 oder 3 hatte ich bis zum Marathon absolviert. Mit guter "internistischer" Grundlagenausdauer und wenig muskulärer Anpassung lief ich damals ab Kilometer 34 trotz "langsamer" 3:30er Pace wie auf steineren Beinen den Krämpfen nah zu meinem Sieg in Dresden. 

Fakten I


2015, 6 Jahre und 8 Marathons sowie unzähliger 30-35er longruns zwischen 3:35er und 3:18er Pace später hat sich nichts geändert. Ok, die Grundlagenausdauer ist besser, aber im Gegensatz zum 2:19er Rostock-Marathon, dem ich im 2-Wochen-Blocker der Marathonvorbereitung in einer 200-Laufkilometerwoche fast ohne jeglichen Muskelkater eine weitere 200er-Woche folgen lassen konnte, lief es in Berlin anders:

Wissen


Warum, durfte ich mir heute bei der internationalen Sport Nutrition Conference an meinem Arbeitsplatz ins Gewissen rufen. Jeden Tag wandelt sich der Muskel um 1-2 Prozent um. Nach 25 Tage Laufpause war also 25-50% meiner Beinmuskulatur eher ans Radfahren adaptiert, denn ans Laufen. Und habt ihr schon mal einen Radfahrer aus dem vollen Radtraining einen Marathon laufen sehen? Sieht oft grässlich am Ende aus. Zur Hälfte also auch bei mir! 


Fakten II


So war also der Stand: Zirca 185 Wochenkilometer seit Juli und ab dem 25. August Laufpause mit Alternativtraining bei zirka 60% des Umfanges, da durch die Arbeit und Motivation mehr ich nicht mehr umsetzen wollte. 1 Testlauf 1 Woche vor dem Berlin Marathon, um zu schauen, ob die Verletzungen ausgeheilt sind und dann eine bewusst lockere Vorbereitungswoche.

Selbstverwirklichung


Und dann dieser Lauf. Ihr kennt mich. Ich wollte den Lauf für die psychologische Selbstverwirklichung meiner gesetzten Ziele (solange es orthopädisch nicht zu gefährlich wird). Und eines war bester Berliner zu werden, mit dem Tunnelblick durch das Brandenburger Tor! Das habe ich erreicht. Dafür habe ich gelitten. Dafür habe ich das wissenschaftlich unvermeidlich durchstanden. 10km auf steinernen Beinen. Herz, Lunge und Magendarmtrakt waren nicht ausgereizt. Aber die "peripheren" Nerven und die Muskeln. Aber es gibt zum Glück das Gehirn. Und die Ansicht, dass man sich durch Leiden definieren kann (das schreibe ich gerade während eines Vortrages zu Fatigue!!!). 

#smile


Ich habe auch während meines Studiums gelernt, dass die Mimik unsere Emotionen beeinflusst und anders herum. Also: #smile!!! And you get a smile back!!! Von soooo vielen Zuschauern. Sie haben die Schmerzen zur Passion werden lassen. Sie haben sie "positiv konditioniert". Dafür bin ich dankbar, von den Bekannten, vom Nike+Running Club, von den Unbekannten. Es war ein Feuerwerk der Emotionen. Sie haben sich eingebrannt. Sie werden zum emotionalen Tattoo. Und die Muskeln, die werden sich zu 1-2% pro Lauftag wieder anpassen. Gerade, in Anbetracht des Muskelkaters, eher mehr ;-). Also bleibt gespannt, wie es weiter geht! Ich bin es selbst. #staytuned

P.S. Die Verletzungszeit verarbeite ich immer noch in einem Blogartikel, dessen Veröffentlichung noch etwas reifen muss ;-). 

Neuerdings auch mit einem lokalen Frischwarensponsor: bjuice , die Saftmanufaktur in der Kollwitzstraße 51 Berlin Prenzlauer Berg
Streckenverpflegung von Vitargo Oligosaccharide+BCAA+Koffein
Nach reichhaltigem Abendessen gab es für mich eher ein sehr funktionelles Frühstück mit frisch gepresstem Rote-Beete-Saft, Milchkaffee und meinen Lieblingsriegel von Vitargo (Performance Bar)





Ab und an im TV


Ganz entspannt in der ersten Hälfte ohne Muskelkater


Zahlen können sehr viel sagen :-)